Wärmeplanung in Markt Thüngen: Erste Ergebnisse zeigen Status-Quo und Potenziale für die Zukunft

Veröffentlicht: 13.10.2026
Veröffentlicht von: Markt Thüngen
Wärmeplanung in Markt Thüngen: Erste Ergebnisse zeigen Status-Quo und Potenziale für die Zukunft

Seit Juni 2026 erarbeitet die Energieagentur Unterfranken zusammen mit der ENERGIE den kommunalen Wärmeplan für den Markt Thüngen. Ziel ist es, zu ermitteln, wie in der Marktgemeinde zukünftig klimafreundlich, zuverlässig und bezahlbar geheizt werden kann. Nun liegen die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse vor - ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung. Im Oktober wurden die Zwischenergebnisse in der Sitzung des Marktgemeinderates vorgestellt.

 

Die Bestandsanalyse: So wird heute in Thüngen geheizt

Durch die Auswertung einer Vielzahl an Daten zeigt die Bestandsanalyse den Status-Quo der Wärmeversorgung und den Handlungsbedarf für die lokale Wärmewende auf.

Insgesamt wurden rund 550 beheizte Gebäude betrachtet, bei denen es sich zu 88 % um Wohngebäude und darunter überwiegend um Einfamilienhäuser handelt. Etwa 60 % der Wohngebäude wurden vor 1980 errichtet und weisen daher ein hohes Sanierungspotenzial auf.

Der jährliche Endenergieverbrauch für Wärme in Markt Thüngen liegt bei rund 15 GWh, wobei erhöhte Bedarfe insbesondere rund um den Ortskern auftreten. Die Wärmeversorgung erfolgt aktuell überwiegend über Heizöl (41 %) und Erdgas (35 %), was die Dominanz von fossilen Energieträgern am heutigen Wärmemix verdeutlicht. Weitere 21 % des Wärmebedarfs werden über Holz bzw.  Biomasse gedeckt. Insgesamt führt dies zu einem jährlichen Ausstoß von rund 3.418 Tonnen CO2-Äquivalenten.

 

Die Potenzialanalyse: Welche Möglichkeiten gibt es vor Ort?

Neben dem aktuellen Bestand wurden im zweiten Schritt die Potenziale für eine klimafreundliche Wärmeversorgung untersucht.

Etwa 62 % der Gebäude sind geeignet für das Heizen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, während vor allem im Altort die dichte Bebauung bzw. zum Teil der hohe Wärmebedarf der Gebäude herausfordernd sind. Für das Nutzen von Erdwärme in Kombination mit einer Wärmepumpe sind Erdwärmesonden im gesamten Gemeindegebiet ausgeschlossen. Nach Einzelfallprüfung durch die Fachbehörde sind allerdings im Süden Erdwärmekollektoren sowie gegebenenfalls Grundwasserwärmepumpen möglich. Das Potenzial von nachhaltig eingesetztem Holz aus dem Gemeindegebiet ist durch die vorhandenen Einzelraumfeuerungen bereits weitestgehend ausgeschöpft; das technische Potenzial von Biogas hingegen beläuft sich auf etwa 4 GWh/a. Solarthermie kann bei der Einzelversorgung als Heizungsunterstützung dienen, für Wärmenetze kann dies genauso wie Tiefengeothermie und Flusswärme ausgeschlossen werden.

Mit Blick auf die zunehmende Elektrifizierung des Wärmesektors wurden auch die Potenziale zur lokalen Erzeugung von erneuerbarem Strom untersucht. Im Bestand befinden sich momentan bereits drei Freiflächen- und 156 Aufdachanlagen, die jährlich rund 41 GWh Strom erzeugen. Während auf den Dächern noch etwa 8,2 MWp Leistung installiert werden können, sind keine weiteren Solarparks erwünscht. Jedoch könnten an der südöstlichen Gemeindegrenze im Vorranggebiet des Regionalplans bis zu vier Windkraftanlagen realisiert werden.

Zuletzt können auch Energieeinsparungen zur Wärmewende beitragen. So kann sich bis 2045 in Thüngen der jährliche Wärmebedarf durch Sanierungen um etwa 8 % reduzieren.

 

Die nächsten Schritte

Auf Basis der nun vorliegenden Daten wird in den kommenden Monaten ein maßgeschneidertes Zielszenario samt Handlungsempfehlungen für die Transformation der einzelnen kommunalen Gebiete hin zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung entwickelt. Dabei werden auch Gespräche mit Großverbrauchern und potenziellen Abwärmelieferanten aus Gewerbe und Industrie geführt. Die Ergebnisse sollen den Bürgerinnen und Bürgern vor allem Orientierung bieten, welche Entwicklungen im jeweiligen Wohngebiet denkbar sind.

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