Damit der Igel eine Zukunft hat - Vortrag vermittelte viel Wissen
Igel gehörten früher zum vertrauten Bild vieler Gärten – doch ihre Lebensbedingungen werden zunehmend schwieriger und so ist die Zahl der Tiere seit Jahren stark rückläufig. Beim Vortrag in Kooperation von Bund Naturschutz (BN) und der Stadtbibliothek Karlstadt informierte Heike Heck vom Arbeitskreis Igel der Kreisgruppe Schweinfurt Bund Naturschutz über die Gefahren, denen die Tiere ausgesetzt sind, und darüber, wie ihnen geholfen werden kann. Thomas Schreck, Leiter der Stadtbibliothek und Frauke Beck ,Vorsitzende der Ortsgruppe BN konnten etwa 40 Interessierte im Lesesaal begrüßen. Hier ist auch eine Ausstellung zum Igel aufgebaut, die bis Ende Oktober besucht werden kann.
Igel leben nicht in der freien Natur, sondern in der Nähe des Menschen. Die Gestaltung der Gärten entscheidet daher darüber, ob Igel bei uns noch Lebensraum finden. Doch immer weniger Gärten sind naturnah gestaltet. Damit schwindet auch das Nahrungsangebot. Igel sind reine Fleischfresser und ernähren sich überwiegend von Insekten. „Schnecken“, so die Referentin, „fressen Igel nur aus der Not.“ Folge sind sogenannte „Hustenigel“, da die Schnecken Lungenparasiten übertragen. Um genügend geeignete Nahrung zu finden, benötigen die Stacheltiere große Reviere. Deshalb ist es wichtig, dass Igel von Garten zu Garten gelangen können. Kleine Öffnungen in Zäunen ermöglichen ihnen, ihre weitläufigen Reviere zu nutzen. Da in den kalten Monaten kaum Nahrung zu finden ist, ziehen sich die Igel dann zum Winterschlaf zurück. Doch in den zunehmend aufgeräumten Gärten wird es für die Tiere immer schwieriger sich einen Schlafplatz einzurichten. Igelhäuser mit Laub im Umfeld können hier eine Hilfe sein.
Zufüttern kann sinnvoll sein
Insbesondere vor dem Winterschlaf kann eine zusätzliche Futtergabe sinnvoll sein, wenn ein Igel zu wenig Gewicht hat. Ein stark unterernährtes Tier ist unter anderem an der sogenannten Hungerfalte im Nacken zu erkennen. Die Referentin selbst füttert ganzjährig zu und beobachtet, dass die Tiere seitdem vitaler sind. „Zufüttern ist eine Möglichkeit den momentanen Mangel an Natur auszugleichen. Doch unser Ziel muss es sein, dass die Tiere ohne unsere Hilfe überleben können“, unterstrich Heck. Beim Futter kommt es allerdings auf die richtige Auswahl an. Gerade das im Handel angebotene spezielle Igelfutter sei von schlechter Qualität, warnte Heck. Empfehlenswert sei stattdessen Katzenfutter mit einem hohen Fleischanteil und ohne Getreide.
Viele Gefahren lauern im Garten
Eindringlich wies Heike Heck auf die Gefahren hin, die von menschlichen Aktivitäten ausgehen. Mähroboter, die nachts laufen, können schwere Verletzungen verursachen. Auch offene Kellerschächte und Wasserstellen ohne flachen Ausstieg werden zur Falle. Eine weitere Gefahr sind Gifte wie Schneckenkorn, die für Igel tödlich sind. In den privat geführten Igelstationen werden immer wieder verletzte und kranke Tiere abgegeben, die hier mit viel Zeitaufwand und auch Kosten gepflegt werden. Mit guten Grund war daher einen Spendenbox für die Igelstationen aufgestellt, die von den Zuhörerinnen und Zuhörern auch großzügig befüllt wurde.