ILE MainWerntal
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Handlungsfelder

 

Die Allianz „ILE MainWerntal“ hat im Rahmen der Konzepterstellung, unter Beteiligung der Bürger und sonstiger Akteure vor Ort, verschiedene Handlungsfelder und Maßnahmen formuliert. 2017 wurden daraus für die beginnende erste Umsetzungsphase fünf vorrangige Handlungsfelder von den Allianzbürgermeistern festgelegt:

 Diese Liste ist nicht als abschließend zu betrachten. Einige Themen werden die fünf Kommunen über Jahre begleiten, andere Handlungsfelder aus dem ILEK und neue Projekte dazukommen. Die integrierte ländliche Entwicklung ist als dynamischer Prozess zu verstehen; der Beteiligung relevanter Akteure vor Ort wird eine große Bedeutung beigemessen.

 

Handlungsfeld 1: Innenentwicklung

 

Wer kennt sie nicht, die leerstehende Hofstelle in Altortlage, das frühere nun funktionslos gewordene Schulgebäude, das aufgegebene Wirtshaus oder den leerstehenden Nahversorger. Willkommen im Demographischen Wandel. Bundesweit sind vor allem strukturschwächere Bereiche des ländlichen Raums, aber auch Städte davon betroffen. Doch wie kommt es zu diesen Auswirkungen?

Die Folgen sind der zunehmende Leerstand von Gebäuden und der Verlust von Funktionen der Dorfmitte als Wohn-, Arbeits- und Versorgungsstandort sowie für das soziale Miteinander. Aber auch die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen sind nicht zu unterschätzen. Infrastrukturen, die von den Kommunen vorgehalten werden müssen, wie z. B. Schulen oder Kanalisation, sind für stark betroffene Kommunen mitunter nicht mehr tragbar oder nur mit hohem finanziellem Aufwand aufrecht zu erhalten. Und natürlich trägt die Ausweisung von Bauflächen an den Ortsrändern zur weiteren Zersiedlung der Landschaft und deren Versiegelung bei.

Im Allianzgebiet MainWerntal sind die einzelnen Kommunen und ihre Ortsteile ganz unterschiedlich vom demographischen Wandel betroffen. Insgesamt zeigen sich die Dorfmitten in ihrem Erscheinungsbild intakt. Das heißt, eine hohe Konzentration von Leerständen, die dann auch das Ortsbild beeinträchtigt, ist so nicht vorzufinden.

An dieser Stelle sollen nach Abschluss der erneuten Potentialerhebung und Eigentümerbefragung ggf. noch Zahlen oder konkrete Aussagen zum Ist-Zustand gemacht werden.

Das Handlungsfeld Innenentwicklung wurde von der Allianz als besonders wichtig definiert. Man möchte frühzeitig bestehende Leerstände wieder aktivieren, die Ortsmitten in ihren Funktionen stärken, in ihrer Lebendigkeit und durchmischten Altersstruktur erhalten. Darüber hinaus gilt es auch Lösungen zu finden, wie mit Gebieten umzugehen ist, die über ein hohes Leerstandsrisiko verfügen und somit in naher Zukunft zum Problem werden könnten.

 

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt?!

Ganz so einfach ist es leider nicht. Der demographische Wandel, der auch aus geburtenschwachen Jahrgängen der Vergangenheit resultiert, wird nicht komplett aufzuhalten sein. Aber es gibt Wege, seine Auswirkungen zu mildern.

Das Thema Innenentwicklung ist ein sehr komplexes Thema, da es sämtliche Lebensbereiche betrifft, wie z. B. Wohnen, Daseinsvorsorge, Ortsbild und Immobilienpreise. Um eine erfolgreiche Innenentwicklung zu betreiben, sollte daher auch jeder seinen Beitrag leisten. Die Allianz MainWerntal wird dabei unterstützen, indem sie Grundlagen schafft, Informationen und auch finanzielle Mittel bereitstellt.

 

Potenziale nutzen – das tut die Allianz MainWerntal

Schon jetzt zeigt sich, dass der vor gut zwei Jahren erfolgte Vitalitäts-Check 2.0, in dem leerstehende Gebäude, klassische Baulücken und Gebäude mit Leerstandsrisiko ebenso erfasst wurden wie die vorhandenen Daseinsvorsorgeeinrichtungen, nicht mehr aktuell ist. Darüber hinaus lässt der Vitalitäts-Check 2.0 offen, ob Verkaufsbereitschaft oder Beratungsbedarf bei den betroffenen Eigentümern besteht. Als erste große Aufgabe hat sich die Allianz MainWerntal daher die Aktualisierung der Potenzialflächen sowie eine Eigentümerbefragung vorgenommen. Auf dieser Basis können weitere wichtige Schritte, wie z. B. eine am Bedarf orientierte Informationspolitik und Bewusstseinsbildung, betrieben und weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Der eigens aufgestellte Fahrplan sieht daher folgendes ab 2018 vor:

Potentialerfassung

·        Aktualisierung der Leerstandspotenziale und Eigentümerbefragung

·        Ermittlung des Baulandbedarfs

Konzepte und Maßnahmen

·        Immobilienbörse

·        Allianzweites einheitliches kommunales Förderprogramm + Bauberatung

Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung

·        Bereitstellung von Infomaterialien

·        Pressearbeit

·        Info-Veranstaltungen

 

Innenentwicklung funktioniert nur in der Gemeinschaft

Sie wurden als Eigentümer einer Leerstandsimmobilie oder einer Baulücke von Ihrer Kommune im Rahmen der allianzweiten Befragung angeschrieben?! Bitte nehmen Sie sich die kurze Zeit und füllen den Fragebogen aus. Letztendlich profitieren auch Sie davon, denn nur so können die Allianzkommunen erheben, welche Bedürfnisse es auf Eigentümerseite gibt und entsprechend versuchen zu reagieren.

Nutzen Sie alle Informations- und Beratungsangebote, die die Allianz MainWerntal oder auch der Landkreis Main-Spessart im Rahmen des jeweiligen Innenentwicklungsmanagements zur Verfügung stellt oder zukünftig anbieten wird.

Vielerorts entstehen Dorfladeninitiativen. Unterstützen Sie diese und passen ggf. Ihr Einkaufsverhalten an. Das Vorurteil, dass ein Dorfladen in seinem Sortiment teurer sei, ist in der Regel widerlegbar.

Sie wollen anderen Menschen ein gutes Beispiel sein und haben bereits in der Ortsmitte gebaut oder einen zuvor leerstehenden Altbau saniert und den heutigen Bedürfnissen angepasst?! Vielen Menschen fehlt leider oft noch das Bewusstsein, welche Qualitäten man in den Altorten als Wohn- und Arbeitsstandort vorfindet und wie sich das Bauen im Bestand auf den oft sehr kleinteiligen Flurstücken realisieren lässt. Für Pressearbeit und Infomaterialien suchen wir daher laufend vorbildliche Beispiele. Zeigen Sie wie es geht und nehmen Kontakt auf mit dem Umsetzungsmanagement der Allianz MainWerntal, Tel. 0 93 53/ 7902-65, info@main-werntal.de.

Wirts- und Gasthäusersterben – ein Phänomen des ländlichen Raums.

 

Kleine Parzellierung mit mehrseitiger, dichter Bebauung, so zeigen sich die Dörfer und Städte im Allianzgebiet MainWerntal. Hier im Vordergrund das Beispiel einer zu Wohnzwecken umgenutzten ehemaligen Scheune.

 

 

 

Handlungsfeld 2: Bildung

 

Zum Handlungsfeld Bildung finden in 2018 keine Arbeitskreissitzungen statt. Sofern notwendig, werden derzeit Gespräche und Abstimmungen individuell zwischen den betreffenden Allianzkommunen vorgenommen.

 

 

 

 

Handlungsfeld 3: Ländliches Kernwegenetz (auch im Zuge der B26n)

 

Nicht nur in den Altorten mit ihren (historischen) landwirtschaftlichen Gebäuden und Hofanlagen, auch in der freien Flur bringt der ländliche Strukturwandel Veränderungen mit sich. Die Technisierung hat zum Einsatz immer größerer und schnellerer Fahrzeugen geführt. Die Tendenz, dass die Zahl der Landwirte abnimmt, jedoch vom Einzelnen wesentlich größere Flächen bewirtschaftet werden, legt nahe, dass diese nicht immer im räumlichen Zusammenhang bestehen. Weiter zurückzulegende Strecken sowie gemarkungs- und gemeindeübergreifende Transportbeziehungen sind keine Ausnahmen mehr. Dabei bedienen die Wegeverbindungen in der Regel einen Nutzermix aus Landwirtschaft, Freizeit und Tourismus.

Die Allianz MainWerntal lässt derzeit ein Konzept für ein ländliches Kernwegenetz erstellen, das den zuvor genannten Anforderungen gerecht werden soll. Damit verbunden ist auch ein breit angelegter Abstimmungsprozess regionaler und kommunaler Akteure. Die Konzepterstellung zum jetzigen Zeitpunkt bietet sich auch vor dem Hintergrund der geplanten B26n an, die als mehrspuriger Straßenneubau durch das Allianzgebiet führen und teilweise eine Zerschneidung und Neuordnung des bestehenden Kernwegenetzes zur Folge haben wird.

Landwirtschaftlich genutzte Flächen prägen die Kulturlandschaft in der Allianz MainWerntal.

 

 

Fahrzeuggrößen, -geschwindigkeiten und unterschiedliche Nutzergruppen erfordern einen unterschiedlichen Wegeaufbau.

 

 

 

Handlungsfeld 4: „Wasser erLeben“ im MainWerntal

 

Das Allianzgebiet MainWerntal ist durch seine namensgebenden zwei größeren Flüsse Main und Wern geprägt. Dabei stellt die Wern und der sie begleitende Werntalradweg eine durchgehende Verbindung zwischen den fünf Allianzkommunen sowie vom Werntal bis in das Maingebiet hinein dar. Dies legt den Wunsch nahe, den Wernradweg sowie das Thema Wasser im Rahmen eines gemeinsamen Projektes aufzugreifen.

Wasser erLeben soll das verbindende Element Wasser/Wern, aber auch die Vielfältigkeit der fünf Allianzkommunen aufzeigen und sowohl für Einheimische in der Naherholung als auch für externe Nutzer aus dem Bereich Tourismus interessant, sichtbar und erlebbar machen. Dabei wird auch eine stärkere Anbindung der Altorte, ihrer Sehenswürdigkeiten und Infrastrukturen angestrebt. Aktuell führt der Werntalradweg noch zu oft außen an den Ortschaften vorbei.

Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes sollen u. a.

Nicht in allen Ortsteilen führt die Wern direkt in den Ort hinein und verzaubert den Betrachter mit einer solch malerischen Idylle.

 

Im Sommer gerne genutzt – Möglichkeit zum Wassertreten und ausruhen. Weitere Plätze dieser und ähnlicher Art sollen im Rahmen des Gesamtkonzeptes entstehen

 

Themenroute - Beispiele, ähnlich wie dieses, könnten den Nutzen von Wasser für den Menschen früher (Mühle) und heute (Stromerzeugung) verdeutlichen.

 

 

 

Handlungsfeld 5: Vermarktungsbroschüre / -portal

 

In den großen Einzelhandelsketten und Discountern gehören regionale Produkte schon seit Jahren zum Sortiment. Neben Bio ist Regionalität zu einem bekannten und gern genutzten Schlagwort geworden. Das Bewusstsein der Kunden hat sich, mit Blick auf mehr Transparenz und kurze Wege, hin in Richtung Regionalität verändert. Dies haben auch etliche landwirtschaftliche Betriebe im Haupt- und Nebenerwerb in der Gebietskulisse der Allianz MainWerntal erkannt und vermarkten ihre Erzeugnisse und Produkte im großen oder auch kleinen Stil direkt an den Endverbraucher. Doch viele Kunden, so ein Ergebnis des ILEK-Arbeitskreises, fehle noch der Überblick über die Direktvermarktungsangebote im Gebiet. Dies hat die fünf Städte und Gemeinden der Allianz veranlasst, die Direktvermarkter im MainWerntal zukünftig bei der Vermarktung besser unterstützen zu wollen.

Direktvermarkter sind als Teil der regionalen Wertschöpfungskette zu stärken, schaffen und sichern (alternative) Arbeitsplätze, tragen auch zur regionalen Identität und zum Erhalt der für das Gebiet typischen Kulturlandschaften bei. In einem ersten Schritt möchte man daher zusammen mit den Anbietern eine Vermarktungsbroschüre kreieren und gleichzeitig zu einer stärkeren Vernetzung untereinander beitragen.

Bis zum 3. August 2018 können sich Direktvermarkter, Hof- und Dorfläden, Bäcker, Backhäusle, Metzger, Imker, Konfitürenhersteller, Landwirte & Co. bei Verena Mörsner für die Aufnahme in eine "Vermarktungsbroschüre" melden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Gemeinde Gössenheim Gemeinde Eußenheim Stadt Karlstadt Markt Thüngen Stadt Arnstein
www.goessenheim.de www.eussenheim.de www.karlstadt.de www.markt-thuengen.de www.stadt-arnstein.de
 


© ILE MainWerntal - alle Angaben ohne Gewähr - letzte Änderung: Mittwoch, 18. Juli 2018