Innenentwicklung

Mit den Veränderungen in der Demographie und Landwirtschaft hat auch ein sichtbarer Strukturwandel, insbesondere in den stark ländlich geprägten Räumen, eingesetzt.

Eine immer älter werdende Bevölkerung steht einer geringeren Geburtenrate gegenüber. Junge Menschen und Familien folgen ihren Ausbildungsstellen und Arbeitsplätzen in die großen Oberzentren, die Verbliebenen bilden ihr Eigentum bevorzugt in den Neubaugebieten am Siedlungsrand. Hofstellen werden aufgegeben, weil immer weniger Landwirte mehr Flächen bewirtschaften oder Nachfolger fehlen. Es kommt zu einem Ungleichgewicht in der Alterszusammensetzung und Bevölkerungsstruktur in den Ortsmitten. Hofstellen und Gebäude fallen leer. Infrastrukturen können mitunter nicht mehr aufrecht erhalten werden oder tragen zu einer höheren finanziellen Belastung der Verbliebenen. Oft gehen damit weitere Funktionsverluste bei sozialen und technischen Infrastrukturen sowie in der Nahversorgung mit einher. Ein Szenario, das es bundesweit anzutreffen gibt, je nach Region in mehr oder weniger starkem Ausmaß.

Als ein besonders wichtiges Handlungsfeld wurde von den Verantwortlichen daher die Innenentwicklung definiert. Das Allianzgebiet weist zwar noch intakte Ortsmitten auf, möchte jedoch die bestehenden Leerstände und Baulücken gezielt aktivieren und Wege finden, wie mit potenziellen Leerstandsgebieten umzugehen ist. Die Allianz MainWerntal hat sich mit den Bausteinen des Innenentwicklungsmanagements Potentialerfassung, Konzepte und Maßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung sowie Marketing und Standortförderung befasst und daraus erste Schritte abgeleitet. Bereits während der ILEK-Erstellung wurde ein Vitalitätscheck durchgeführt, der die Situation der Städte und Gemeinden analysiert. Auf Grund der laufenden Veränderungen war dessen Datengrundlagen zu Beginn der Umsetzungsphase jedoch schon wieder veraltet. Im Rahmen der Innenentwicklung erfolgt daher zunächst:

1. Aktualisierung der Innenentwicklungspotenziale

2. Berechnung des Wohnbaulandbedarfs

3. Gezielte Eigentümerbefragung (Leerstand/Baulücken)

4. Gemeindliches Förderprogramm und Bauberatung

5. Informationsveranstaltungen für Eigentümer, Bauinteressenten

6. Immobilienbörse für innerörtliche Leerstände und Baulücken

7. Beschlussfassung „Innen statt Außen“

Die Innenentwicklung, und das muss man sich immer wieder vergegenwärtigen, ist ein fortwährender Prozess, der Schritt für Schritt gegangen werden muss. Die Voraussetzungen für den demographischen Wandel wurden schon vor Jahrzehnten gesetzt, daher wird man ihn auch nicht mehr aufhalten können. Aber mit geeigneten Maßnahmen kann man ihm entgegenwirken und die Ortsmitten weiterhin in ihren Funktionen sowie in ihrer Lebendigkeit erhalten.

Wissenswertes

Gewusst wie!

Anregungen holen aus dem Allianzgebiet – Best-Practice-Beispiele der Innenentwicklung

Beratung und Fördermöglichkeiten

Wo finde ich Beratung? Welche Förderprogramme gibt es? Jetzt informieren:
Eine Auswahl an Adressen und Programme im Überblick.

Innenentwicklung